Voraussetzungen für innovative Forschung schaffen

eHumanities
Die eHumanities verstehen sich als Summe aller Ansätze, die durch die Erforschung, Entwicklung und Anwendung moderner Informationstechnologien die Arbeit in den Geisteswissenschaften erleichtern oder verbessern. Sie ermöglichen neue Kollaborationsformen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie innovative Forschungsansätze und schaffen damit neue Perspektiven in der Forschung.

Im Jahr 2011 hat das BMBF die Bekanntmachung „Richtlinien zur Förderung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben aus dem Bereich der eHumanities“ (enhanced Humanities – dt. auch „digitale Geisteswissenschaften“) veröffentlicht. Ziel dieser Fördermaßnahme ist es, solche Forschungsprojekte in den Geistes- und qualitativen Sozialwissenschaften zu fördern, die – bei gleichberechtigter Stellung der Informatik – beispielhaft innovative Forschungsansätze in diesen Disziplinen entwickeln. Folgende Projekte sind 2012 an den Start gegangen:
e-Humanities - zur Liste der Projekte

Im Jahr 2013 wurden zwei Förderlinien ausgeschrieben: zur Förderung von Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern für die eHumanities sowie zur Förderung von eHumanities-Zentren. Vier Nachwuchs- und drei Zentren-Projekte wurden inzwischen für eine Förderung ausgewählt. Die Nachwuchsprojekte werden während einer 10- bis 12-monatige Vorphase unterstützt, an die sich eine vierjährige Hauptphase anschließt. Bei den Zentren-Projekten ist die Förderung zunächst auf drei Jahre festgelegt. Nach positiver Evaluierung kann die Förderung um zwei Jahre verlängert werden. Folgende Projekte gingen 2014 an den Start:
Förderlinie 1 – Nachwuchs-Projekte
Förderlinie 2 – eHumanities-Zentren

Bereits seit 2006 fördert BMBF das innovative Forschungsinfrastrukturprojekt für die Geistes- und Sozialwissenschaften TextGrid - Vernetzte Forschungsumgebung in den eHumanities (10 Verbundpartner, Koordinator: Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen). Einen Überblick über Ergebnisse des Verbundprojekts vermittelt der Kurzfilm "Virtuelle Forschungswelten: Neue Technologien für die Geisteswissenschaften".

Mit den Verbundprojekten DARIAH-DE und Clarin-D beteiligt sich das BMBF an den europäischen Projekten DARIAH und Clarin. Beide Projekte zielen darauf, die Infrastrukturen in den Geisteswissenschaften europaweit nachhaltig zu stärken. Der Arbeitsschwerpunkt von DARIAH-DE liegt darauf, die Nutzung digitaler Methoden in den Geisteswissenschaften zu verbessern, z.B. durch den Aufbau virtueller Forschungsumgebungen. Im Projektverbund Clarin-D werden hingegen linguistische Daten, Werkzeuge und Dienste für die Geistes- und Sozialwissenschaften bereitgestellt.
DARIAH-DE – Digital Research Infrastructure for the Arts and Humanities  (13 Projekte, Fördervolumen: 6 Mio €)
CLARIN-D – Common Language Resources and technology Infrastructure  (9 Projekte, Fördervolumen: 9 Mio €)  

 

Sozial- und Wirtschaftdaten
Ziel dieses Förderschwerpunktes ist es, eine international konkurrenzfähige Infrastruktur aufzubauen. Sie soll der Wissenschaft ermöglichen, die amtlich erhobenen Sozial- und Wirtschaftsdaten einfacher und zugleich datenschutzsicher nutzen zu können. In den Projekten werden institutionelle, technische und methodische Zugänge zu amtlichen Statistiken und prozessproduzierten Daten für Forschende in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften hergestellt. In der ersten Förderphase wurden Forschungsdaten- und Datenservice-Zentren bei Datenanbietern, wie den Statistischen Ämtern, der Bundesagentur für Arbeit, dem Deutschen Rentenversicherungsbund und wissenschaftlichen Instituten, eingerichtet. Diese Zentren bieten anonymisierte Mikrodatensätze (Scientific-Use-Files), Gastwissenschaftlerarbeitsplätze und kontrollierte Datenfernverarbeitung an. Der 2004 berufene Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten (RatSWD, www.ratswd.de) berät das BMBF bei der Förderung zur Verbesserung der Dateninfrastruktur. 

Soeb - Daten zur sozioökonomischen Entwicklung in Deutschland
Das Verbundprojekt soeb führt eine Fülle von quantitativen und qualitativen sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Daten zusammen und legt sie mit einer Auswertung in Berichtsform vor. So entsteht ein umfassendes Bild des deutschen Produktions- und Sozialmodells in seinem europäischen Umfeld. Der Bericht unterstützt die Bundesregierung dabei, die umfassenden Veränderungen der Arbeits- und Lebensmodelle zu erkennen und unerwünschten sozialen Entwicklungen bei Bildung, Arbeit und sozialer Sicherung entgegentreten zu können. Bislang entstanden zwei Berichte: soeb 1 (2005) und soeb 2 (2012). Die Arbeit am dritten Bericht (soeb 3) begann 2013.

Etablierung eines Forschungsdatenzentrums im Statistischen Bundesamt
Im Statistischen Bundesamt wird ein Forschungsdatenzentrum (FDZ) etabliert, das den Zugang zu Mikrodaten aus der amtlichen Statistik für die empirische Wissenschaft nachhaltig anbietet. Die Aufgabenfelder des Forschungsprojekts sind z.B. die Aufbereitung und Erstellung von Mikrodatenfiles, die Weiterentwicklung der Methodik zur Anonymisierung von Einzeldaten und Ergebnissen oder die Bereitstellung eines geregelten Mikrodatenzugangs. Mehr dazu unter http://www.forschungsdatenzentrum.de.

 

 

Dokumente

  • Projekte

    [PDF - 56,1 kB]

    01.05.2012 - 28.02.2019 (URL: http://www.pt-dlr-gsk.de/_media/Projektliste_UG_Innovative_Forschungsinfrastruktur_201504.pdf)

Ansprechpartner

  • Hans Nerlich

    • Telefonnummer: 0228 3821-1586
    • Faxnummer: 0228 3821-1500
    • E-Mail-Adresse: hans.nerlich@dlr.de
  • Dr. Maria Böhme

    • Telefonnummer: 0228 3821-1925
    • Faxnummer: 0228 3821-1500
    • E-Mail-Adresse: maria.boehme@dlr.de
  • Johanna Puhl

    • Telefonnummer: 0228 3821-1765
    • Faxnummer: 0228 3821 1500
    • E-Mail-Adresse: johanna.puhl@dlr.de

Video

Ein Film vom TextGrid-Team und DARIAH-Team: Digitale Wissensräume: Virtuelle Forschungslabore der Geisteswissenschaften

 

 

 

Ein Film vom TextGrid-Team: Virtuelle Forschungswelten: Neue Technologien in den Geisteswissenschaften