Encounters with Orient in Early Modern Scholarship (EOS)

Ziel des HERA-Projekts „Encounters with the Orient in Early Modern Scholarship“ ist es, durch eine Reihe von Fallstudien sowie gemeinsame Tagungen und Veröffentlichungen ein neues Licht auf das breite Feld der Begegnungen mit dem Orient in der europäischen Gelehrtenrepublik der Frühen Neuzeit zu werfen. Diese bedeutsamen historischen Begegnungen haben ihre Wurzel in den geistigen, religiösen und kulturellen Anliegen der Zeit ca. von 1500–1800 und brachten Konsequenzen von großer Tragweite für die europäische Kultur an der Schwelle der Moderne mit sich. ‚Orient‘ bedeutet in diesem Zusammenhang die Arabisch, Türkisch und Persisch sprechenden Gebiete. Religiös vorwiegend islamisch, war der ‚Orient‘ für die zeitgenössischen europäischen Gelehrten auch als geographischer, historischer und sprachlicher Hintergrund der Heiligen Schrift von großer Bedeutung, wie auch als das Land des Islams und der östlichen Kirchen.

Die verschiedenen HERA-Teilprojekte und gemeinsamen Unternehmen werden zeigen, wie sich der ‚Orient‘ der europäischen Frühen Neuzeit in den drei Jahrhunderten zwischen der Reformation und der Romantik von einer Quelle christlicher Wahrheiten zu einem Gegenstand kultureller Untersuchungen und reflektierender Überlegungen entwickelt hat.

Unsere drei Hauptziele sind:

  1. die Erörterung der intellektuellen und religiösen Antriebe dieser Orientbegegnungen europäischer Gelehrter,
  2. die Darstellung des Austauschs von Ideen und Objekten, der dadurch zustande gekommen ist, und
  3. die Untersuchung der kulturellen, religiösen und institutionellen Umwandlungen, die daraus folgten.

Zentral für diese Analysen sind die biblischen Studien der Zeit, in denen orientalische Studien eine zunehmende Rolle spielten, sowie das Lernen und Unterrichten orientalischer Sprachen: Seit dem 16. Jahrhundert finden wir neben Hebräisch zunehmend auch seine ‚Tochtersprachen‘ Aramäisch, Syrisch, Arabisch und in manchen Fällen auch Ge’ez (Altäthiopisch). Mit solcher Sprachkompetenz verbunden war ein wachsendes Interesse der europäischen Gelehrten an der Literatur des Orients, das z. B. in Antoine Gallands berühmter französischer Übersetzung der Erzählsammlung Tausend und eine Nacht (Les mille et une nuits, 1704–1717) gipfelte.

Im Einzelnen erarbeiten die Teilprojekte Folgendes:

  1. Die Erstellung einer kommentierten Datenbank über Arabischlehrer in der Frühen Neuzeit (Warburg Institute, London).
  2. Eine Monographie zu dem Jenenser Orientalisten Johann Ernst Gerhard d. Ä. (1621–1668) (Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt)
  3. Eine Monographie zu Linnaeus-Schülern und der Bibel: orientalische Philologie und Naturwissenschaften im Skandinavien des 18. Jahrhunderts (Freie Universität Berlin und Universität Jyväskylä, Finnland), sowie eine Dissertation zum Linnaeus-Schüler und Orientreisenden Peter Forsskål (1732–1763) (Freie Universität Berlin).
  4. Studien zur Anwesenheit arabischsprechender Christen, Juden und Muslims im Nordeuropa der Frühen Neuzeit (Universität Amsterdam).
  5. Die Kompilation einer annotierten Anthologie literarischer Werke in Europa, die von Tausend und eine Nacht inspiriert wurden (Universität Kent, Universität Amsterdam)

Verbundpartner

Professor Charles Burnett
Project Leader
University of London
United Kingdom
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Dr Jan Loop 
The University of Kent at Canterbury
United Kingdom
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Professor Outi Merisalo
University of Jyväskylä
Finland
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Professor Martin Mulsow
University of Erfurt
Germany
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Professor Bernd Roling
Freie Universität Berlin
Germany
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Professor Gerard Wiegers
University of Amsterdam
The Netherlands
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Weitere Informationen

Laufzeit: 05.09.2013 - 30.11.2016

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