Creating the ‘New’ Asian Woman: Entanglements of Urban Space, Cultural Encounters and Gendered Identities in Shanghai and Delhi (SINGLE)

Das von HERA geförderte Forschungsprojekt “Creating the ‘New’ Asian Woman: Entanglements of Urban Space, Cultural Encounters and Gendered Identities in Shanghai and Delhi“, kurz SINGLE, untersucht und vergleicht den Zusammenhang zwischen der Rekonfiguration urbaner Räume und neuen Möglichkeiten geschlechtlicher Subjektivierung in den Mega-Städten Delhi und Shanghai. Eine fortschreitende Urbanisierung und eine zunehmende Zentralität von Städten prägten in den letzten Dekaden China und Indien. In den urbanen Räumen beider Länder erfreut sich ein kosmopolitisches Selbstbild unter Frauen zunehmender Beliebtheit, gefördert durch neoliberale politische Umwälzungen, transnationale Medien, eine wachsende Mittelklasse, sowie eine steigende soziale und physische Mobilität. Dies verändert die alltägliche und berufliche Bewegungsfreiheit von Frauen im öffentlichen Raum signifikant. Das daraus resultierende Spannungsfeld zwischen wahrgenommener Tradition und als modern deklarierten Aspirationen, hat einen großen Einfluss auf kollektive und individuelle Identitätsbildungsprozesse.

Megastädte sind Orte des turbulenten kulturellen Wandels und Austauschs. In ihnen reiben sich globale, regionale und nationale Vorstellungswelten an- und gegeneinander und ermöglichen so das Entstehen neuer Lebensstile und sozialer Typen. Unter den Eliten beider Länder sind ambivalente, teilweise widersprüchliche öffentliche Diskurse entstanden, die basierend auf einer Orientierung hin zum „Globalen“, bei gleichzeitiger Ablehnung des „Westlichen“ zu einer Re-artikulierung nationaler Identität führen. Urbane Lebensstile werden in den indischen und chinesischen Öffentlichkeiten hierbei oft gleichgesetzt mit einem Werteverfall. In solchen Debatten nehmen sich wandelnde Geschlechterrollen eine zentrale Stellung ein, da diese Kernbereiche sozialer Interaktion berühren: Beziehungen, Familie, Vorstellung von Ehre und eines selbstbestimmten Lebens. Deswegen fokussiert dieses Projekt eine Gruppe von Frauen, die in beiden Gesellschaften in der Vergangenheit marginalisiert und häufig mit negativen Attributen konnotiert wurde: Single-Frauen. Single ist dabei nicht auf „alleinstehend“ zu reduzieren. Unter „Single“ werden in diesem HERA-Projekt urbane Frauen in China und Indien verstanden, die neue Wege beschreiten und oft mit klassisch-konservativen Geschlechterkonzepten brechen. Mit welchen Problemen sind autarke Frauen konfrontiert? Welche Kompromisse müssen sie eingehen und mit welchen Vorurteilen kämpfen sie? Ändern sich die Herausforderungen im Laufe ihres Lebens? Welche Rolle spielt dabei urbaner Raum?

Ein internationales und interdisziplinäres Forscherteam möchte diesen Fragen auf den Grund gehen. Die Projektleiterin ist Prof. Christiane Brosius (Universität Heidelberg), Partner sind Dr. Melissa Butcher (Open University, Milton Keynes) und Prof. Jeroen de Kloet (Universität Amsterdam). Zahlreiche andere Wissenschaftler und Institutionen wurden als Kooperationspartner gewonnen. Mit mobilen, visuellen und ethnographischen Methoden werden unter einer transkulturellen Forschungsperspektive die Biographien, (Lebens)Räume und Erfahrungen von Single-Frauen in Delhi und Shanghai aufgezeichnet. Besonderer Wert wird auf eine Einbettung von Digital Humanities gelegt, nicht nur um die internationalen Kollaborationsmöglichkeiten innerhalb dieses Projekts zu fördern, sondern auch um neue Methoden für datenbankbasierte, wissenschaftliche Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Das gemeinsame Interesse an städtischen Räumen verfolgt das Projekt zusammen mit zwei weiteren Initiativen: „Forum Urban Spaces“ und „Mobile Spaces“.

Verbundpartner

Prof. Dr. Christiane Brosius
Karl Jaspers Centre for Advanced Transcultural Studies
Voßstraße 2, Building 4400
69115 Heidelberg
Germany
Tel: +49 (0) 6221 54 4343
E-Mail Website

Dr. Melissa Butcher
The Open University
Faculty of Social Sciences
Walton Hall, Milton Keynes
MK7 6AA
United Kingdom
E-Mail Website

Prof. Dr. Jeroen de Kloet
University of Amsterdam
Department of Mediastudies
Turfdraagsterpad 9
1012 XT Amsterdam
The Netherlands
Tel: +31-20-5252586
E-Mail Website

Weitere Informationen

Laufzeit: 30.09.2013 - 29.09.2016

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