Cultural Exchange in a Time of Global Conflict: Colonials, Neutrals and Belligerents during the First World War (CEGC)

Das internationale Verbundprojekt “Cultural Exchange in a Time of Global Conflict: Colonials, Neutrals and Belligerents during the First World War”, finanziert aus Mitteln des vom BMBF mitgetragenen Netzwerks HERA (Humanities in the European Research Area), hat am 15. September 2013 seine dreijährige Forschungsarbeit am Zentrum Moderner Orient (ZMO) aufgenommen. Der Erste Weltkrieg, oft als „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet, wird hier als ein historischer Wendepunkt in der Geschichte kultureller Begegnungen betrachtet: Zwischen 1914 und 1918 befanden sich allein auf französischem Boden mehr als eine Million Asiaten (Inder, Chinesen, Einwohner Indochinas) und Afrikaner (Senegalesen, Marokkaner, Algerier, Tunesier) als Soldaten und Angehörige nicht-kämpfender Einheiten. Hinzu kamen Männer aus Neuseeland, Kanada oder Neufundland. Das zentrale Forschungsinteresse des Projektes liegt auf den „Räumen der Begegnung“ zwischen Angehörigen der kriegführenden, politisch neutralen, abhängigen und kolonialen Territorien in Europa. Einige der zentralen Forschungsfragen lauten: Welche neuen Räume, wie etwa das Lazarett, der Schützengraben oder auch das Kriegsgefangenenlager, entstanden durch den Krieg? Wie beeinflusste der Krieg kulturelle Begegnungen an diesen Orten? Welche Wirkungen haben diese kriegsbedingten Begegnungen auf die Gestaltung sozialer, kultureller und literarischer Erinnerung im heutigen Europa?

Das Verbundprojekt umfasst die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte: Die Arbeitsgruppe am King’s College in London unter der Leitung von Dr. Santanu Das beschäftigt sich mit Begegnungen von Angehörigen kolonialer Truppen untereinander sowie mit europäischen Soldaten, Zivilisten und Einwohnern besetzter Gebiete. Die Arbeitsgruppe am ZMO in Berlin unter Leitung von Dr. Heike Liebau untersucht Begegnungen zwischen kolonialen Kriegsgefangenen und Internierten in Lagern im Deutschen Reich und in Österreich-Ungarn sowie über die Lager hinaus mit politischen und religiösen Funktionsträgern, aber auch mit Angehörigen der lokalen Bevölkerung. Die Erfahrungswelten und die Darstellung kolonialer Akteure während des Ersten Weltkrieges werden anhand von Schrift- und Bildquellen sowie Tonaufnahmen erforscht. Im Zentrum der von Prof. Dr. Geert Buelens, Universität Utrecht und Prof. Dr. Hubert van den Berg, Adam Mickiewicz Universität Posen geleiteten Arbeitsgruppe stehen künstlerische und literarische Austauschbeziehungen mit Angehörigen neutraler Nationen innerhalb Europas.

Die WissenschaftlerInnen arbeiten eng mit ihren nicht-akademischen Projektpartnern zusammen, wie dem Eye Film Institute Netherlands (Amsterdam), dem Imperial War Museum London, dem Lautarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Museum Europäischer Kulturen Berlin sowie dem In Flanders Fields Museum in Ypern.

Im Bewilligungszeitraum werden mehrere Konferenzen an den einzelnen Projektstandorten stattfinden. Zudem sind eine Abschlusspublikation und eine Posterausstellung geplant.

Video

Ein Film vom AHRC "From Bombay to the Western Front"

 

Verbundpartner

Dr. Santanu Das
King's College London
Department of English
22 Kingsway
London WC2B 6NR, GB
E-Mail Website

Dr. Heike Liebau
Zentrum Moderner Orient
Kirchweg 33
14129 Berlin E-Mail Website

Prof. Dr. Geert Buelens
Utrecht University
Faculty of Humanities
3512 JK UTRECHT
The Netherlands
E-Mail Website

Prof. Dr. Hubert van den Berg
Adam Mickiewicz University in Poznań
Department of Dutch and South African Studies
61-874 Poznań, Poland
E-Mail Website

 

 

Weitere Informationen

Laufzeit: 15.09.2013 - 14.09.2016

Website: Cultural Exchange