Caribbean Connections: Cultural Encounters in a New World Setting (CARIB)

Die Kolonisierung der Karibik durch europäische Eroberer stellt den Beginn der Globalisierung und insbesondere für die einheimischen Bevölkerungen einen historischen Wendepunkt dar. Das Aufeinandertreffen dramatisch verschiedener Kulturen des amerikanischen, europäischen und afrikanischen Kontinents hat Transformationsprozesse in Gang gesetzt, die bis heute in den multiethnischen Gesellschaften der Inselstaaten nachwirken.

"Caribbean Connections: Cultural Encounters in a New World Setting" ist ein interdisziplinäres Forschungsprojekt, an dem Gruppen der Universität Leiden in den Niederlanden (Archäologie), der Universität Löwen in Belgien (Archäometrie) und der Universität Konstanz (Netzwerkwissenschaft) beteiligt sind.

Fokus der Projekts sind Veränderungen gesellschaftlicher Strukturen der Kariben auf den Kleinen Antillen. Dort hat die Kolonisierung später eingesetzt, führte aber unter anderem durch die Eingliederung zahlreicher entkommener afrikanischer Sklaven in die lokalen Gesellschaften zu besonders langen und heftigen Kämpfen.

Archäologische Forschung soll durch Ausgrabungen, Materialstudien und neue Datenanalyseverfahren die vorrangig europäische Geschichtsschreibung hinterfragen sowie Transformationen des Siedlungsverhaltens, der materiellen Kultur und der sozialen Organisation untersuchen, um letztlich zu einem größeren Geschichtsbewusstsein in den modernen Gesellschaften und dem Schutz des kulturellen Erbes beizutragen.

Neben Fallstudien und Methodenentwicklungen sind daher auch Ausstellungen und Öffentlichkeitsarbeit auf den karibischen Inseln geplant.

In Konstanz wird vornehmlich an Methoden zur Genese, Analyse und Visualisierung archäologischer Netzwerke geforscht. Diese werden mit Hilfe von Daten aus geographischen Informationssystemen ergänzt durch Modelle für Seewege und Sichtbarkeit in Landschaften, sowie Herkunftsbestimmung von Materialien und Artefakten.

Während die Netzwerkforschung in zahlreichen Disziplinen vermehrte Anwendung findet, führt die fragmentarische Verfügbarkeit heterogener Daten auf deutlich andersartige Fragestellungen. Es wird daher auch methodisch Neuland betreten.

Verbundpartner

Prof. Corinne Hofman
Leiden University
Faculteit Archeologie, Bestuur
Reuvensplaats 3-4
2311 BE Leiden
The Netherlands
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Prof. Ulrik Brandes
Universität Konstanz
Fachbereich Informatik & Informationswissenschaft
78457 Konstanz, Germany
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Prof. Patrick Degryse
KU Leuven
Division of Geology
Celestijnenlaan 200e - box 2408
3001 Leuven
Belgium
E-Mail Website

Weitere Informationen

Laufzeit: 01.09.2013 - 31.08.2016